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Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen (#0.1)

Nachdem das Gewerbe ordnungsgemäß angemeldet wurde, werden unter anderem auch das Finanzamt über Ihre Tätigkeiten informiert. In Folge dessen erhalten Sie ein paar Wochen nach Anmeldung einen sogenannten “Fragebogen zur steuerlichen Erfassung” vom Finanzamt zugeschickt. Dieser Fragenbogen dient hauptsächlich den Fragen zu erwarteten Umsätzen, Lohnssteuerzahlungen und weiteren Finanzfragen zur Ermittlung einer eventuellen Vorauszahlung an das Finanzamt. Ausserdem kann man sich in diesem Formular für oder gegen die Kleinunternehmer-Regelung entscheiden.

Ich habe mich zu Beginn meiner gewerblichen Tätigkeiten für die Kleinunternehmer-Regelung entschieden, und dies auch so im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung eingetragen. Als Kleinunternehmer können sich diejenigen Gewerbetreibenden melden, deren geschätzte Jahresumsätze zuzüglich der darauf entfallenden Steuern im vorangegangenen Kalenderjahr 17500 Euro und im laufenden Kalenderjahr 50000 Euro voraussichtlich nicht überschreiten werden. Die Kleinunternehmer-Regelung wird in Paragraph 19 Abs. 1 UStG geregelt.

Kurze Erläuterung zur Kleinunternehmer-Regelung

Hat man vor die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch zu nehmen, darf man auf Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Alle Rechnungen müssen demnach netto ausgestellt werden & sollten den Zusatz “Als Kleinunternehmer im Sinne von § 19 Abs. 1 UStG wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen.” enthalten.

Mit dieser Regelung entbinden sie sich quasi von der Umsatzsteuererklärung, dürfen aber bei eventuellen Einkäufen über Ihr Gewerbe auch keine Umsatzsteuer beim Finanzamt geltend machen. Planen Sie für Ihr Unternehmen viele Einkäufe, sollten Sie sich also gut überlegen, ob die Kleinunternehmer-Regelung das Richtige für Sie ist.

Ich für meinen Teil hatte nicht vor größere Anschaffungen vorzunehmen und habe mich deshalb auch wegen der wegfallenden Umsatzsteuererklärung für den Kleinunternehmer-Status entschieden. Deshalb werde ich den Fragenbogen zur steuerlichen Erfassung im Folgenden auch mit dem Schwerpunkt der Kleinunternehmer-Regelung beispielhaft ausfüllen.

Allgemeine Angaben

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil 1 – Fragebogen Finanzamt

Die erste Seite des Fragebogens sollte Niemanden vor grosse Schwierigkeiten stellen. Hier geht es erstmal rein ums Persönliche. Angefangen wird mit einem Kreuzchen links neben “Aufnahme einer gewerblichen, selbstständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit”. Ausserdem oben noch das zuständige Finanzamt und eine eventuell schon vorhandene Steuernummer eintragen. Hierbei ist allerdings nicht die Steueridentifikationsnummer gemeint. Sollten Sie noch keine Steuernummer haben, kann dieses Feld leer bleiben. Ihnen wird nach Ausfüllen dieses Antrags eine Steuernummer zugewiesen.

Screenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil 2 - Fragebogen FinanzamtScreenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil Allgemeine Angaben – Fragebogen Finanzamt

Weiter gehts mit den persönlichen Angaben wie Name, Anschrift, ausgeübter Beruf, persönliche Identifikationsnummer (hier kann die Steueridentifikationsnummer angegeben werden), Kommunikationsverbindungen & Familienstand. Falls der Familienstand “ledig” angewählt werden muss, brauchen Sie hier nichts anzukreuzen.

 Screenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil 3 - Fragebogen FinanzamtScreenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil Weitere allgemeine Angaben – Fragebogen Finanzamt

Den Rest der ersten Fragebogenseite umfasst die allgemeinen Angaben des Ehegatten und Angaben bezüglich eventuell vorhandener Kinder, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Abschliessend muss noch eine Bankverbindung für Steuererstattungen eingetragen werden. Hier kann man wählen, ob man alle Erstattungen über ein und die selbe Bankverbindung laufen lassen möchte (hier sollten alle Kleinunternehmer Ihr Kreuz setzen) oder ob Peronensteuern (wie bspw. die Einkommensteuer) und Betriebssteuern (wie bspw. die Umsatzsteuer) mit unterschiedlichen Bankverbindungen abgerechnet werden sollen. Ausserdem können Sie sich hier noch optional zum Lastschrifteinzugsverfahren anmelden (hier sollte eine gesonderte Teilnahmeerklärung als Anlage zu diesem Schreiben beigefügt werden, wenn sie sich dazu entschliessen teilzunehmen).

Screenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil Letzte allgemeine Angaben - Fragebogen FinanzamtScreenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil Letzte allgemeine Angaben – Fragebogen Finanzamt

Angekommen auf der 2. Seite des Fragebogens werden noch letzte allgemeine Daten geklärt. In Punkt 1.5 bspw. die Angabe, ob eine steuerliche Beratung in Anspruch genommen wird. Hier können Sie Name, Anschrift und Kommunikationsverbindungen Ihres Steuerberaters angeben, falls vorhanden. In Punkt 1.6 haben Sie die Möglichkeit einen Dritten als Empfangsbevollmächtigten einzutragen & Punkt 1.7 ist lediglich relevant, wenn Sie innerhalb der letzten 12 Monate in einen anderen Meldebezirk umgezogen sind.

Angaben zur gewerblichen, selbstständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten

Screenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil Angaben zur gewerblichen (...) Tätigkeiten – Fragebogen FinanzamtScreenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil Angaben zur gewerblichen (…) Tätigkeiten – Fragebogen Finanzamt

Nach den allgemeinen Angaben kommen wir nun endlich auch zu den unternehmerischen Angaben. Zunächst wird die Frage nach der Art des ausgeübten Gewerbes/Tätigkeit geklärt. Hier empfiehlt es sich die Formulierungen aus der Gerbeanmeldung zu übernehmen. Gleiches gilt für die nächsten Fragen nach Anschrift des Unternehmens & den Fragen bzgl. der Betriebsstätten. Für Gewerbetreibende, die von zu Hause aus arbeiten, sollte hier die Anschrift aus den allgemeinen Angaben weiter oben übernommen werden.

Screenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil 2 Angaben zur gewerblichen (...) Tätigkeiten – Fragebogen FinanzamtScreenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Teil 2 Angaben zur gewerblichen (…) Tätigkeiten – Fragebogen Finanzamt

Für die Punkte Kammerzugehörigkeit und Handelsregistereintrag kann man als Kleinunternehmer “nein” ankreuzen. Auch die Frage zu den “bisherigen betrieblichen Verhältnissen” kann mit “nein” beantwortet werden, sofern dies Ihre erste selbstständige Tätigkeit ist. Beim Punkt “Gründungsform” sollten die Daten aus der Gewerbeanmeldung übernommen werden.

Angaben zur Festsetzung der Vorauszahlungen (Einkommensteuer, Gewerbesteuer)

Screenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Angaben zur Festsetzung der Vorauszahlungen (Einkommensteuer, Gewerbesteuer) –  Fragebogen FinanzamtScreenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Angaben zur Festsetzung der Vorauszahlungen (Einkommensteuer, Gewerbesteuer) – Fragebogen Finanzamt

Nun geht es endlich ums Finanzielle. Im nächsten Abschnitt des Fragebogens müssen alle voraussichtlichen Einkünfte aus dem Jahr der Betriebseröffnung sowie des Folgejahres eingetragen werden. Die Daten sind sowohl für den Antragssteller als auch des eventuellen Ehegatten einzutragen. Im Punkt “Gewerbebetrieb” sind die voraussichtlichen Einnahmen aus dem angemeldeten Gewerbe gemeint. Hier sollte möglichst realistisch geschätzt werden, denn zu hohe Angaben ziehen gegenfalls gravierende Steuervorauszahlungen bzw. zu niedrige Angaben Steuernachzahlungen nach sich. Für alle, die neben dem angemeldeten Gewerbe, einem geregelten Arbeitsverhältnis nachgehen ist neben den voraussichtlichen Gewerbeeinkünften ebenfalls unter dem Punkt “nichtselbstständige Arbeit” das Bruttogehalt des auszuübenden Jobs einzutragen. Ausserdem müssen hier alle Angaben bzgl. zu erwartender Kapitalerträge, Renten oder Einnahmen aus Vermietung/Verpachtung eingetragen werden.

Im 2. Abschnitt tragen Sie die voraussichtliche Höhe Ihrer Sonderausgaben und aussergewöhnlichen Belastungen ein. Hier sind wieder Angaben aus dem Jahr der Betriebseröffnung sowie dem Folgejahr erforderlich. Was genau unter Sonderausgaben und aussergewöhnliche Belastungen fällt könnt Ihr im Detail hier nachlesen.

Beim Punkt “Art der Gewinnermittlung” sollte als Kleinunternehmer die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) angekreuzt werden.

Die nächsten Punkte des Fragebogens beinhalten “Angaben zur Anmeldung und Abführung von Lohnsteuer”. Dieser Punkt ist lediglich relevant, wenn man vor hat jemanden neben sich selbst im Betrieb einzustellen. Da dies bei Kleinunternehmern in der Regel nicht der Fall ist kann dieser Punkt ignoeriert werden. Das Gleiche gilt für den Pubnkt “Angaben zur Anmeldung und Abführung der Umsatzsteuer”, da Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer bezahlen.

Kleinunternehmer-Regelung

Screenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Kleinunternehmer-Regelung –  Fragebogen FinanzamtScreenshot Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Kleinunternehmer-Regelung – Fragebogen Finanzamt

Im nächsten Abschnitt kann nun von der schon oben angesprochenen Kleinunternehmer-Regelung Gebrauch gemacht werden. Hier müssen dann bei “Der Gesamtumsatz für das Gründungsjahr wird die Grenze von 17.500 EUR voraussichtlich nicht überschreiten” und “Ich nehme die Kleinunternehmer-Regelung(…) in Anspruch” 2 Kreuze gesetzt werden.

Im folgenden sind dann nur noch Datum und Unterschrift für den Fragebogen relevant und ausserdem eventuelle Anlagen z.B. zur Teilnahme am Lastschriftverfahren beizufügen.

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